die 7 größten mythen zum thema gitarre lernen

Die 7 größten Mythen zum Thema Gitarre lernen

Die 7 größten Mythen zum Thema Gitarre lernen

 

Viele, gerade auch junge Menschen, würden gerne ein Musikinstrument erlernen. Sehr oft haben sie sich dafür die E-Gitarre auserkoren und wollen so spielen können, wie ihre Idole. Oder sie möchten ganz einfach die Musik, die sie gernen mögen auch selber machen und spielen können. Da spricht eben so einiges für die E-Gitarre.

Sehr oft höre ich aber auch Gegenargumente von den Eltern, Freunden oder Verwandten, die sich immer wiederholen. Es kommen immer die selben Ansichten und vermeintliche Informationen zum Vorschein.

Es schwirren immer noch so viele Glaubenssätze und Mythen zum Thema Gitarre lernen in der Welt herum, dass man damit mal etwas aufräumen muss.

 

 

1 Man muss mit klassischer oder akustischer Gitarre beginnen

Dazu sollte man wissen, dass E- und A- Gitarre spielen zwei verschiedene Disziplinen sind. Die Spielweisen und die musikalischen Einsatzgebiete unterscheiden sich doch erheblich.mit akustischer gitarre anfangen

Wer also den Wunsch und die Vorstellung hat, als Gitarrist so richtig abrocken zu können, sollte nicht aus irgendwelchen Gründen mit einer Akustik-Gitarre anfangen zu lernen. Wer also zum Beispiel in die Fußstapfen von Metallica und Co treten will, kann das nur sehr eingeschränkt auf der A-Gitarre tun.

Wer hingegen wirklich klassisch orientiert lernen möchte, ist vielleicht bis auf wenige Ausnahmen mit der E-Gitarre nicht so gut bedient.  

Die A-Gitarre also als Grundlage für das E-Gitarrenspiel zu sehen ist schlicht eine falsche Vorstellung. Es sind zwei Welten, die Parallel nebeneinander existieren und sich zuweilen auch vermischen können, aber das ist eine andere Geschichte. Es spricht von fachlicher Seite nichts dagegen, mit der E-Gitarre gleich direkt zu beginnen und alles von Anfang an auf so einem Instrument zu lernen.

 

2 Musiktheorie braucht man nicht

Wenn es nur ums reine Nachspielen von Songs geht, mag das vielleicht stimmen.

nusiktheorieMusiktheorie klingt erst einmal sehr trocken und langweilig. Wenn man jedoch einige wenige Grundlagen weiß, kommt bei den meisten dann doch plötzlich die Begeisterung für die Sache auf. Denn erst eine wirklich solide Basis macht auch Lust auf mehr. Und kompliziert oder trocken und langweilig ist was anderes, aber Musiktheorie ganz bestimmt nicht. Wenn immer der Bezug zur Praxis dabei ist, kann es ein echt spannendes Erlebnis werden, sich auf theoretischen Pfaden seinem eigenen individuellen Stil anzunähern und dann wird es aufregend, einzigartig und prägnant. Dann hat der einzelne Gitarrist eine echte Chance, sich abzuheben von der Masse der “Nachspieler” und etwas Eigenes und Neues zu schaffen. Dann kann es ungezwungen in die unendliche Kreativität gehen. Und das macht erst richtig Spaß!

Viele altgediente Gitarristen haben früher oder später in irgendwelchen Interviews gesagt, dass sie es für sich sehr schade finden, erst sehr spät im Leben in der Musiktheorie weitergekommen zu sein und dadurch immer wieder neue Impulse erfahren konnten.

Also ein wenig solides Grundwissen ist zwar nicht unbedingt dringend nötig, aber es hilft ungemein bei allem, was man in der Musik tut. Vor allen Dingen beim Spaß haben!

Und kompliziert oder schwierig ist das nicht!

 

3 Meine Hände/Finger sind zu klein

Es gibt viele gute Gitarristen, die kleine Hände haben oder sogar mit hände sind zu kleinechten Einschränkungen zu leben haben. Als großes Beispiel sei hier Django Reinhardt genannt. Er gilt als Begründer oder Vorreiter des europäischen Jazz. Nur, dass er mit einer schweren Verletzung seine linken (Greif-) Hand zurechtkommen musste. Er entwickelte eine beeindruckend virtuose Spieltechnik, die ihn so berühmt machte. Er spielt lediglich mit Zeige- und Mittelfinger.

Es ist also kein Argument zu sagen, dass irgendwelche Schwierigkeiten auftreten könnten, nur weil die Finger zu kurz, zu dick oder zu sonstwas sind. Einzig und allein zählt auch hier die Leidenschaft und ein gewisses Maß an Training.

Also wer der Meinung ist, dass etwas mit den Händen nicht so ist, dass man damit Gitarre spielen kann, sollte es zumindest mal ausprobieren und sich einen guten Mentor suchen. Dann wird es garantiert klappen.

 

4 Nur dicke Saiten machen einen fetten Ton

Es kursiert immer noch hartnäckig das Gerücht, dass man nur ab einer bestimmten Saitenstärke einen respektablen und fetten Ton bekommt.

dicke saiten fetter ton

Wenn man sich also nur richtig schinden und abmühen muß, um einigermaßen leidlich etwas auf der Gitarre hervor zu zaubern, dann ist es von einem dicken, alles überdeckenden, einzigartigem und individuellem Ton gekrönt, dass man vor Ehrfurcht in eine Starre verfällt.

Wenn man sich jetzt mal die texanische Band ZZ-Top anhört, wird man feststellen, dass dort genau solch ein Gitarrenton zu Gehör kommt. Schön fett und breit und zäh und live baut sich eine quasi unüberwindbare Gitarrenwand auf, dass man es kaum glauben kann.

Die Tatsache, dass Der Gitarrist Billy Gibbons schon seit Anbeginn aller Zeiten wirklich sehr dünne Saiten (008er)  gespielt hat und heute sogar noch dünnere spielt ( man kann von 007er Saiten lesen) tut diesem Sound offensichtlich ja keinen Abbruch, oder wie?!

Also bei der Wahl der Saitenstärke ist nicht der fette Ton entscheidend, denn der wird auf ganz andere Art erzeugt, sondern vielmehr das eigene Gefühl. Womit man sich wohlfühlt ist dann auch schon ok. Bei dicken Saiten kann das Gitarrespielen schon mal gerne in Selbstkasteiung ausarten und bei zu dünnen Saiten kann es manchmal sein, dass einem das Gefühl dafür verloren geht. Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen und man muss ein wenig ausprobieren und sich nicht irgendwelchen vorgefassten und unbewiesenen Meinungen unterwerfen.

 

5 Richtig Gitarre spielen lernen ist nur mit Talent möglich

Wenn man sich für eine Sache begeistern kann und eine gewissen Leidenschaft entwickelt hat, dann kommt man bekanntlich auch weiter als die meisten anderen, denen es nicht so geht.gitarre lernen

Diese Leidenschaft führt ganz automatisch dazu, dass man sich mit einer Sache mehr beschäftigt und auch tiefer in ein Thema einsteigt.

Dieser Umstand sorgt logischerweise auch dafür, dass man so eine bestimmte Expertise erwirbt und sich immer besser auskennt. Dazu werden die handwerklichen Fähigkeiten auch häufiger trainiert.

Aber was bedeutet Talent an dieser Stelle? Soll das heißen, dass man aus der Luft plötzlich gut in einer Sache wird? So quasi wie von selbst aus dem Nichts?

Wenn das so wäre, dann würde ich sagen, dass so ein Weltklasse-Gitarrist wie z.B. Steve Vai dann völlig talentfrei ist. Dieser Mensch hat nämlich so einige Zeit seines Lebens in Übungszeit gesteckt. Der hat ja bekanntlich so viel geübt und trainiert, dass man es kaum glauben kann.

Also, da kann doch was nicht stimmen.

Ich finde es immer eher bedenklich, wenn man leichtfertig sagt, dass jemand nicht musikalisch sei oder absolut kein Talent für etwas hat, kein Rhythmusgefühl oder kein musikalisches Gehör haben soll oder so was.

Ich glaube, das liegt dann immer daran, dass man vielleicht mal kurz dieses oder jenes mal ausprobiert und es dann aber gleich wieder sein gelassen hat. Aus welchen Gründen auch immer. In einer relativ kurzen Phase des Ausprobierens kann man doch fast nie eine Meisterschaft entwickeln, egal in welcher Disziplin.

Das gilt gerade für das Gitarre spielen lernen umso mehr, da das ja bekanntlich eine relativ anspruchsvolle Tätigkeit für das Gehirn darstellt.

Wer richtig gut Gitarre spielen lernen will, muß auch ziemlich viel dafür tun und Talent ist nur in sehr sehr begrenztem Maße dabei relevant. Es hat vielmehr mit Übungsdisziplin, Leidenschaft, Spaß und Zeit, die man dafür verwendet, zu tun.

Lass dich nicht entmutigen, wenn eine dir nahestehende Person an deinem “Talent” zweifelt, sondern versuch es einmal richtig.

 

6 E-Gitarre spielen ist zu laut…

… und man bekommt immer Ärger mit den Nachbarn.

e-gitarre ist laut

Ja, das war vielleicht einmal. Ich selbst kann mich noch gut an die Zeit erinnern, wo ich meinen schönen alten Vox AC 30 schon mal etwas aufdrehen musste, um einen Sound zu erhalten, der meinen Vorstellungen entsprach. Ja. der Nachbar fand das so scheiße, dass ich einen Brief von seinem Anwalt lesen durfte.

Aber das ist doch heut nicht mehr so!

Da gibt es doch so tolle kleine Kistchen, die einen sooo großen Sound machen, dass man nur noch mit den Ohren schlackern kann. Und das kann man dann über die heimische Stereoanlage in Zimmerlautstärke geniessen oder sich sogar einfach über Kopfhörer geben.

Da bekommt der Nachbar nix mehr mit von deinem Gitarren Inferno.

Die Sounds von so kleinen Geräten wie z.B. das Zoom G1 x on oder das Digitech Element oder der Line 6 Pocket Pod sind mittlerweile so erwachsen geworden, dass man daran seine wahre Freude haben kann. Und teuer ist auch irgendwie anders.

Also, dass E-Gitarren zu laut sind und immer Ausgangspunkt von Nachbarschaftsstreitigkeiten sind, gehört der Vergangenheit an.

 

7 Die Saiten müssen monatlich erneuert werden

Oft höre ich die Leute sagen, dass man bei der E-Gitarre die Saiten regelmäßig wechseln muß, damit der Klang erhalten bleibt und nicht dumpf und verwaschen wird.neue saiten

Am besten monatlich und wer viel spielt auch noch öfter. Man bekommt ja manchmal mit, dass in der Profi-Szene der Gitarrentechniker hinter der Bühne die Saiten schon mal während eines Konzertes wechselt und auch sonst nichts im Leben wichtiger ist, als immer schöne neue funkelnde Saiten auf dem vielleicht noch so gealterten und abgegrabbelten Instrument zu haben.

Das ist natürlich im Normalfall nicht nötig. Wer hat denn schon jeden Tag so wichtige Studioaufnahmen, dass man immer neue Saiten drauf haben muß damit der Sound über jeden Zweifel erhaben ist?

Klar ist es so, dass Saiten altern und mit der Zeit schmutzig und rostig werden. Sie klingen dann auch nicht mehr so gut und es entstehen tatsächlich mehr oder weniger deutlich wahrnehmbare Intonationsprobleme und sie lassen sich auch nicht mehr so richtig stimmen.

Aber das tritt nicht schon nach vier Wochen ein.

Jeder weiß, dass es auch hier technischen Fortschritt gibt und dass mittlerweile Saiten auf dem Markt sind, die nicht mehr so altern. Ich meine beschichtete Saiten.

Es gibt sie von unterschiedlichen Herstellern in unterschiedlichen Qualitäten.

Da muß jeder für sich ausprobieren, was ihm entspricht.

Ich habe super Erfahrungen mit den Optiweb Saiten von Elixier gemacht. Dier klingen meines Erachtens gar nicht nach einer Beschichtung, wie viele meinen, sondern wie ganz normale neue Saiten aus dem Massenmarkt. Nur sie klingen eben sehr viel länger “neu” als unbeschichtete.

Gerade diese Elixir-Saiten mit der neuen Beschichtung halten deutlich länger und klingen auch viel länger frisch und klar definiert, ohne Intonationsprobleme oder Verstimmungen. Sie verschmutzen nicht so schnell und rosten nicht.  Ich glaube sogar, dass sie etwas reißfester sind als die, die ich vorher benutzt habe, aber das ist nur mein Eindruck.

Also muss man festhalten: Saiten brauchen bei weitem nicht so oft gewechselt werden, wie viele meinen, und schon gar nicht die neuen beschichteten, zum Beispiel die angesprochenen von Elixier.

 

 

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